Freitag, 24. Mai 2013

Wiesenkerbel

Was  für  ein  schöner  Tag !

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Heute war so einiges in Bewegung, das Wetter ausgesprochen gut und mehr Dinge
als geplant sind aus den Nichts aufgetaucht - aber davon ein anderes Mal.
Zum Glück hat dann doch alles wunderbar ineinander gepasst.
Zwar hinke ich nun meiner Zeit ein klein wenig hinterher, aber so ist das manchmal.
Nach einem Zitronenmelisse-Ingwer Tee habe ich mich dann aufgemacht ...
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zum Färben mit Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris)
Zum Färben wird die ganze Pflanze (ohne Wurzel) verwendet.
Frisch (im Verhältnis 4 Teile Kraut zu 1 Teil Färbegut) oder getrocknet
(im Verhältnis 2:1).

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Den frischen Wiesenkerbel habe ich grob zerkleinert und eine Stunde lang, in einem
Topf mit Regenwasser, köcheln lassen. Den Sud anschließend durch ein Sieb gegeben
und abkühlen lassen.

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Die Wolle (Schurwolle und Alpaka) habe ich zunächst rund 12 Stunden in der, tags zuvor angerührten, Aluminiumaceta-Kaltbeize vorbehandelt.
Anschließend ausgewaschen und in den Topf zu der erkalteten Färbeflotte gegeben.

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Das Ganze wurde nun langsam erhitzt und musste dann 1 Stunde sacht köcheln.
Einen Teil der Wolle habe ich aus dem Farbbad genommen, etwas auskühlen lassen,
warm ausgewaschen und im Essigbad gespült.
Je einen Strang Alpaka und Schurwolle habe ich noch mit einer Messespitze Eisenvitriol im Farbbad zu einem blassen Olivgrün weiterentwickelt.
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Tropfnass hängen 5 Stränge jetzt auf der Leine. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden,  ein helles Olivgrün (Wolle, Alpaka) und ein warmes Zitronengelb (Alpaka und 2x Wolle).
Leider kommen die Farben hier nicht ganz wirklichkeitsgetreu rüber.
Außer in der Färbeküche kann man dieses Kraut natürlich auch in der richtigen Küche verwenden. Der Geschmack von Wiesenkerbel ist im Vergleich zum echten Kerbel  etwas herber, und es fehlt das feine Anisaroma. Zum Verzehr sind die jungen Blätter, am besten im zeitigen Frühjahr und im Herbst geerntet, geeignet.  Z.B.  im Salat, Quark, Suppen oder im Tee (ein Aufguss aus dem blühenden Kraut wirkt harntreibend). Die Wurzel lässt kann man als Suppengemüse nutzen. 

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Mit sonnigen Grüßen verabschiede ich mich nun und hoffe, der erste Ausflug in die Färbeküche hat euch gefallen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Birgit,

    ich kann mir gut vorstellen, dass die Wolle eine tolle Farbe hat, ist mit den Fotos immer so, dass man es nicht wirklich sehen kann, wie es in echt ist.

    Danke für die tollen Bilder, bei uns ist es sehr kalt geworden, oben auf den Bergen gab es wieder jede Menge Schnee, also wäre bei mir kein Färbewetter ;O))

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende

    LG Mela


    olannwolle schreibt:
    25. Mai 2013 um 13:48
    Aber dafür hast du Berge!!!
    Macht dich natürlich auch nicht wärmer.
    Durch die Zeiten in Schottland (wo wir im Hochsommer teilweise ähnliche Temperaturen mit viel Regen hatten), sehe ich das Wetter inzwischen mit anderen Augen.
    Ändern kann ich oder sonst jemand nichts daran, warum sollte ich mich dann darüber ärgern?! Ich nehme es so, wie es kommt und versuche mich einfach MIT dem Wetter zu leben.
    Viele Grüße
    Birgit

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