Mittwoch, 26. Februar 2014

Es war einmal ...


... im Winter 1987, in einer Stadt, in der ich zwar nicht geboren wurde, die "Herbert" (aus dem Lautsprecher eines geerbten Kassettenrecorders krächzend) und ich aber oft gemeinsam besungen haben. 
Aufgewachsen im Kohlenpott gibt es auch an diese, wohl ganz andere Zeit als die vorhergehende Kindheit in ländlicher Umgebung, viele schöne Erinnerungen. Man konnte auf Stromkasten-Pferden wie Winnetou über die Prärie reiten, in Sportverein und Chor neue Freunde kennen lernen, nach Feierabend (verbotenerweise) über Baustellen streunen, die ganzen Sommerferien im Freibad verbringen,  später dann das Nachtleben im Bermudadreieck und viele Open-Air Veranstaltungen erleben. Besuche unter Tage haben die Erzählungen meines Opas viel lebendiger gemacht, unserer Klassenlehrerin hat uns in die Welt des Theaters eingeführt, Großstadtleben!
Ein früherer Schulfreund, in der Ausbildung zum Fotografen, hatte ein bestimmtes Thema zu bearbeiten und so sind eine ganze Reihe von Bildern aus meiner damaligen Heimatstadt entstanden. Der Hund des Kuhirten war für diesen Moment ein geeigneter, aber keinesfalls sehr bequemer Sitzplatz. Ob ich mich das heute nochmal trauen würde?!


Eine ganz besondere Zeit waren die Jahre an der Fachoberschule für Gestaltung. Wohl verwahrt bei meinen Eltern hinter der Wandtäfelung ist meine alte Mappe aufgetaucht. Schon fast vergessene Zeichnungen und Drucke - diese beiden mag ich besonders, vielleicht auch wegen der lieben Person, die Modell gestanden hat. Hedwig, eine Mitschülerin, die es als eine der wenigen unseres Jahrgangs auch an die Folkwang- Uni geschafft hat. Meine Mappe hatte die Prüfer nicht vom Hocker gerissen, und so ging der Weg in eine ganz andere Richtung ...
Manches hat sich verändert, vieles ist gleich geblieben - die Dioptrien haben sich verdoppelt, eine rote Brille blieb erhalten, die Frisur noch immer konfus aber inzwischen mit deutlich mehr grauen "Akzenten" und das oft und gerne Lachen hat sich die Haut um Augen und Mund gut eingeprägt ;o)
Die Bindung an Bochum bleibt uns durch die Familie aber auch weiterhin erhalten.

Kommentare:

  1. Oh ja, an die Zeiten erinnere ich mich lebhabt. Sommerferien im Grugabad, Baustellen waren auch unseres und bis heute möchte ich nirgends anders leben als im "Pott".
    Lieben Gruß von der Maus

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  2. Ich schicke dir auch ein paar Pottgrüße mit guter Luft ;-) und Sonnenschein, der hier grad hervolugt.
    LG von
    Claudia

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  3. Liebe Birgit,
    es ist doch immer wieder schön, solche alten Erinnerungen ach werden zu lassen! Deine Zeichnungen find ich wunderschön! Du solltest sie rahmen und aufhänge :O)
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  4. ...was wohl aus Hedwig geworden ist?
    Du bist jedenfalls eine Wollkünstlerin, auch wenn deine Lehrerschaft das vielleicht nicht ahnten ;)
    Herzlichst
    yase

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  5. Oh ja, das Bergbaumuseum, da war ich auch und überhaupt hat es mich in jüngeren Jahren auch oft nach Bochum verschlagen. War ja nicht weit von Dortmund aus :)
    Das ist ein tolles Bild von Dir, fröhlich und sympathisch.

    Liebe Grüsse, Manuela (die das Leben auf dem Land aber der Stadt deutlich vorzieht)

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  6. Liebe Birgit,

    ein schöner Post. Ja, die gute alte Zeit. Ich finde es ist ein ganz nettes und sympathisches Foto aus vergangenen Tagen. Ich schaue mir auch immer gerne alte Bilder an.

    Herzliche Grüße
    Kerstin

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  7. schönes Stück persönliche Zeitgeschichte!!! Ich muss gestehen ich war noch nicht in Bochum u den Ruhrpott habe ich bislang auch nur gestreift. LG bjmonitas

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  8. Liebe Birgit,
    ach ja der Pott. Ich war früher auch sehr oft in Bochum, so als Dortmunder Pflanze.
    Auch wenn ich nicht mehr dort lebe, bin ich immer noch oft da.
    Liebe Grüße
    Bettina

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  9. Wie schön auf diese Art etwas von dir und "aus deiner Geschichte" zu erfahren ;-) Ein ganz tolles Foto! Lieben Gruß Ghislana

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  10. Na das paßt ja! Ich wohnte zu dieser Zeit in “Wer wohnt schon in Düsseldorf“!
    So waren wir fast Nachbarn!
    Ein schöner Rückblick!
    Herzlichst
    Lotta

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  11. Ja, der Ruhrpott ist schon was ganz Besonderes... mit besonderen Menschen... aber das sagen sicher alle von ihrem Heimatort. Aber der Ruhrpott... der hat was.
    Herzliche Grüße von einem "alten" Ruhrpottmädel.
    Rita

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  12. Interessant zu lesen, dass noch einige eine Verbindung zum Ruhrgebiet haben. Ein ortsgebundener Mensch bin ich allerdings nicht, wohl fühle ich mich da, wo auch Menschen sind, die mir am Herzen liegen. Der Gedanke, eine Zeit auf 'meiner Insel' zu leben, meldet sich auch regelmäßig in mir auf...wer weiß.
    Wegen Geburtstagsvorbereitungen (warum werden Kinder so schnell groß?) und dem Versuch, der fünften Jahreszeit ein Stück aus dem Weg zu gehen, mache ich mich gerade ein bisschen rar.
    Euch allen, ob jeck oder nicht, eine gute Zeit!
    Birgit

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  13. Eine tolle Geschichte, deine Erzählung ist wirklich toll.. ich liebe so Erinnerungen. Sie sind ein Teil von uns, prägen und formen uns. Danke dafür!

    Einfach nur Klasse... Ich selber bin Österreicherin und hier geboren und auch mein Papa ist durch und durch ein Mann vom Bergvolk der Ösis aber meine Mama stammt eigentlich aus Bochum und kam nach Österreich mit 19 Jahren wegen ihrer großen Liebe, meinem Vater :-)

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  14. Liebe Birgit,
    jetzt bin ich durch deine letzten drei Postings spaziert, habe mir erzählen lassen und habe genossen - eine Scheibe vom duftenden Selbstgebackenen, das lodernde Feuer, dein Jugendbild und deine Jugendwerke! Schön, dass sie wieder aufgetaucht sind und schön, dass sich bei dir viel Lachen und somanche schöne Erinnerung eingeprägt haben! So soll es sein, das macht das Leben reich.

    Für deinen Kommentar danke ich dir sehr - und kann dich gleichzeitig beruhigen und dein Weltbild wieder zurechtrücken ;o)) Du hast ja über unsere Katzen geschrieben: "Ein bisschen wehmütig sehe ich, wie sich auch bei dir die zwei vertragen. Unsere Kater sind meist auf Kollisionskurs. Mit unserer Katze damals ging es besser ("Männer";o))." Unsere beiden sind eigentlich auch keine großen Meister im Sich-vertragen - und das liegt hauptsächlich an unserem Mädchen, der Nina. Sie lässt sich zwar von Maxwell beschnuppern und manchmal schleckt sie ihm sogar ein Ohr ab, aber sie "begrüßt" ihn grundsätzlich mit einer sogenannten "g'sunden Hausdetschn", also einer Ohrfeige, das ist schon ein Ritual, anders kennt es Mäx kaum und erträgt es seit fast 10 Jahren stoisch. Er war der Kleine, der Eindringling, als er zu uns kam, Nina war damals schon ein Jahr alt und wollte offenbar doch lieber KEINE Gesellschaft... Davor hatten wir zwei Kater, die wie Vater und Sohn waren - sie vertrugen sich wunderbar und alles was Jeronimo vormachte, kopierte Mandarin, so gut er es konnte... (er war allerdings nicht ganz so helle wie sein Adoptivvater ;o))
    Einen schönen Märzanfang und ein wunderbares Wochenende wünsch ich dir und deinen 2- und 4-beinigen Lieben!!!
    Herzliche Frühlings-Grüße (und ich hoffe, du hattest Vergnügen am England-Reisebericht!), Traude
    ✿ܓ✿ܓ✿ܓ✿ܓ✿ܓ✿ܓ

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  15. Hallo Birgit,
    weil's mir hier sehr gut gefällt, habe ich mich als Leserin eingetragen.
    LG
    Manu

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  16. Liebe Birgit, Erinnerungen sind doch was Tolles. Du siehst, was sich verändert und dass dennoch immer Konstanten bestehen bleiben, die dir bei aller Veränderung auch Halt geben.
    Hey, schau doch bei mir nochmal in die Kommentare zu "Das Leben weiß, was es tut" - ich wollte mich auf die Art bei dir für deine lieben Worte bedanken. Helau, meine Liebe, von einem Nicht-so-gern-Jecken zum anderen :-) Liebe Grüße,
    Katja

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  17. Was für eine schöne Beschreibung aus deinem Leben.Hört sich gut an ,dein Rückblick!Ich hab meine Kindheit in Düsseldorf verbracht fühle mich aber hier wohler ;0)
    Ich war schon länger nicht bei euch allen,da läuft gerad nicht alles rund in meinem Leben aber langsam trau ich mich aus meiner Höhle wieder raus.Ich wünsch dir einen besonders schönen Start in die erste Märzenwoche.Liebste Grüße,Ulli

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  18. Liebe Birgit, so ein schöner Post über Dich! Es ist doch erstaunlich, wenn man all die Kreuzungen im Leben anschaut, wo man selber oder das Leben eine Entscheidung getroffen haben, welche Wege uns zu dem geführt haben, was unser Heute ist.
    Liebe Grüße
    Kathrin

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  19. Mir gefallen deine beiden Zeichnungen auch sehr gut. Ich mag dieses schlichte daran. Danke, dass du ein bisschen aus deinem Leben geplaudert hast mit dem netten Foto dazu von dir.

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