Donnerstag, 13. Februar 2014

Roter Faden ...


... inzwischen haben sich viele, nicht nur wollige, rote Fäden zusammengefunden und noch bin ich dabei sie zu entwirren - aber der Reihe nach:



Dies sind die Ergebnisse der Färbung mit dem Kochsud der roten Bete. Der mehrfarbige Strang, reines Merino: im Sommer zum Teil schon mit braunen Zwiebelschalen gelb gefärbt, dann kürzlich, durch die getrocknetem Stiele (komplett) der Blutpflaume, um ein weiches Haselnussbraun erweitert und letztlich (im 2. Zug die Schalen der roten Bete noch dazu gegeben) mit einem Rostrot vollendet. Dieser Ton entstand durch das etwas heißere Farbbad im Vergleich zum 1. Zug, bei dem der Farbton der Sockenwolle mehr an ein Rot erinnert (die Lichttest-Probe trifft die Farbe noch besser). Nun warte ich ab, wie sich die Farbe verändert.
Irgendwie lässt sich doch das ganze Jahr über etwas an Kraut und Pflanzen finden, die zum Färben und Experimentieren verlocken.


Ein anderer roter Faden stellt weiterhin die Reduzierung von Verpackungsmüll  dar.
Am Wochenende tauschten eine befreundetet Biologin und ich interessiert und dankbar unserer Erlebnisse und Erfahrungen hinsichtlich dieser Problematik aus. Sie machte mich auf einen Artikel im Öko-Test vom letzten November aufmerksam, in dem über den Mineralölgehalt in Recyclingpapier, hier speziell von Haferflocken-Verpackungen, berichtet wurde. Es ist und bleibt ein komplexes Unterfangen, einen guten Weg zu beschreiten, denn den Königsweg gibt es nicht. Des weiteren hat sie mir Verwendung und Auswirkungen von Glyphosat, einem weit und schon lange verbreiteten Breitbandherbizid erläutert. Sehr aufschlussreich finde ich die unterschiedlichen Darstellungen dieses Unkrautbekämpfungsmittels aus Sicht der jeweiligen Betreiber eines Informationsportals. Frei nach dem Motto, "Was es schon so lange gibt, kann doch nicht schädlich sein ... und wenn doch, dann schützen wir halt die Nutzpflanzen mit Hilfe der Gentechnik." Da mag jeder, der interessiert ist, für sich selbst recherchieren und mit dem Kopf schütteln.
Froh bin ich in dieser Hinsicht, dass es mit unserem Garten hier doch langsam voran geht und mich der stetige Austausch in persönlichen und virtuellen Gesprächen (Wink zu Silke) rechtzeitig vor möglichen Fehlern bewart hat. Glyphosat ist nämlich in einem Mittel ("Rounup") enthalten, welches nicht nur den Landwirt sondern auch den Hobbygärtner schnell und mühelos von lästigem Unkraut befreien kann.



Naturvertägliche Gartenpflege und Selbstversorgung funktionieren halt nur mit einem nicht geringen Maß an Einsatzbereitschaft und Muskelkraft (... doch das ist schon wieder ein anderer roter Faden, und zu damit verbundenen kuriosen Erlebnissen demnächst mehr). Positive Erfahrungen in Bezug  auf Müllvermeidung und die Verwendung regionaler und biologisch erzeugter Lebensmittel konnte ich aber auch machen. So fand sich in der Nachbarstadt ein Biohof, der Eier und Gemüse ganz unkonventionell (und Fleisch auf Bestellung) anbietet. An einem kleinen Stand auf dem Markt packt man mir den Feldsalat auf Kohl, Möhren und Sellerie (ohne Augenbrauenzucken!) in den Beutel. Brot backen wir nun wieder verstärkt selbst. Gerade ist eines im Ofen, das Rezept kommt garantiert noch (... hier webt sich der nächste rote Faden ein und wird verfolgt...)  


Schön zu sehen ist auch, wie sich ein feines Netzwerk um die freundliche ältere Dame und meine Freundin bildet. Die zwei lernen zusammen und letztens durfte ich derweil mit der kleinen Tochter Zeit verbringen, nach Vögeln in den Bäumen suchen und ihnen beim Wegfliegen hinterher schauen, Hunde nach Farbe und Größe benennen, Knäckebrot probieren und dem kleinen Knopf beim Erklimmen der Treppenstufen die Hand halten. Schlicht: erfüllte Zeiten!


Kommentare:

  1. Ja das ist wirklich ein sehr komplexes Thema, aber wenn man dranbleibt und sich immer wieder bemüht, dann kommt man in kleinen Schritten voran. Ich bin auch froh, kann ich Gemüse. Beeren, Obst, Salat, Fleisch, Eier und Brot aus der Region von einer gut vernetzten pensionierten Bäuerin beziehen. Von ihr habe ich auch schon sehr viel gelernt, da ja auch bei jedem Einkauf noch ein Schwatz drin liegt.
    .... bei mir ist es dann eher der blaue Faden :o)!
    Liebe Grüsse
    Berni

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  2. selbstgebackenes Brot LECKER! Ich sollte auch mal wieder eines backen. Deine Färbungen sind sehr gut gelungen. Ich drücke dir die Daumen, dass die rote Beete lichtfest genug ist. Schön zu lesen, dass du erfüllte Zeiten hattest und hast. LG bjmonitas

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  3. Ja diese Unkrautvernichter, die habe ich komplett aus meinem Garten verbannt. Auf dem Außenweg streue ich manchmal etwas Kochsalz, das ist das höchste was ich ertragen kann in der Richtung. Die Hinweise meiner Gartennnachbarn auf Blattlausmittel lächel ich auch immer weg. Ich vertraue voll und ganz meinen kleinen Helferlein (Marienkäfer und Co). Dafür kann ich dann auch Rosenblüten trocknen und mit in der Küche verwenden. Eier und Fleisch bekomme ich vom Bauern und Brot vom Bäcker der wirklich selber bäckt ( keine Kette. Für 2 Personen ist mir der Backaufwand einfach zuviel, ich arbeite immer bis 18 Uhr.

    So einen roten Faden habe ich also auch irgendwie. Bimn schon aus dem Supermarkt gekommen und hatte kaum was im Korb, weil alles nur noch Konserven oder Fertigessen ist.

    Auf Deine Erfahrungen mit dem Verpackungsfreien Einkaufen bin ich auch schon sehr gespannt.

    Übrigends Deien Färbungen sind einfach toll.

    LG Bärbel

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  4. Liebe Birgit, toll, was du versuchst, ich möchte dich sehr ermutigen! In kleinen Schritten kann man da vorwärts kommen, jeder auf dem für ihn gangbaren Weg. Roundup ist ein verheerend gefährliches Mittel, für Pflanze, Tier und Mensch - ich finde es unglaublich, dass man es in Deutschland noch immer kaufen kann... Wenn man sich überlegt, dass die Fläche der Haus- und Kleingärten größer als die der Naturschutzgebiete ist, kann man sich ausrechnen, welches Potenzial in den Gärten für Biodiversität liegen würde, wenn alle Gärtner auf Pestizide und dgl. verzichten würden. Wie schön, dass du eine kundige Biologin an der Seite hast ;-) Lieben Gruß Ghislana

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  5. Wir sind auch Unkraut "Zupfer" mit mal mehr, mal weniger Erfolg. Es gibt ja noch die Möglichkeit des tiefgründigen Umgrabens. Aufwendig aber auf jeden Fall die bessere Alternative. Kompost, Gründüngung, z.T. sind wir schon dabei dies umzusetzen, doch merken wir auch, wie langwierig die Prozesse sind. Für gute Tipps bin ich daher immer aufgeschlossen. Über die äußerst geringen regionalen Angebote hier bin ich auch überrascht. Den Mehraufwand des ausgewählten Einkaufens kann ich durch die sehr flexiblen Hof-Öffnungszeiten wettmachen.
    LG, Birgit

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  6. Wunderbare Farbkombinationen, auch im vorherigen Post habe ich die schon bewundert!
    Dieses Roundup wird hier in der Nachbarschaft auch ohne Zögern großzügig verteilt, es steht in jedem Gartencenter und in jedem Baumarkt als ob es total harmlos wäre.
    Ich liebe es eigentlich, mich in den Garten zu hocken und mit den Händen zu zupfen und einzusammeln, was gerade am falschen Platz steht.
    Und der Kompost freut sich über Nachschub!
    Liebe Grüße
    Gabi

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  7. Liebe Birgit,

    Super Ergeniss ! Du hast recht, bei mir ist es mehr in Richtung Pink(kältere Farbe) gegangen.
    Bin gespannt auf den Lichtechttest.

    Das Schälchen mit den Strandfunden gefällt mir gut, erinnert mich an eigene Funde vor 5 Jahren. Ich liebe das Seeglas sehr. Für mich ein Zeichen, wie aus etwas zerbrochenem-Scherben etwas anderes schönes werden kann, das Seeglas, was ich durch das matte Schimmern so mystisch finde.

    Wir arbeiten auch nur Bio im Garten, ohne sythetisches Gift , aber mit Hilfe von Vögeln , Spinnen und Insekten. Viele Beikräuter dürfen stehen bleiben, bzw es wird anderes gesät und gepflanzt.
    Kamille ist so ein hilfreicher Lückenbüßer, Gartenkresse, Mutterkraut und andere.

    Und Mulch ist auch oft hilfreich, zumindest, wenn nicht zu viele Schnecken da sind.

    LG von Anne

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  8. So ein voller Post! ..... Den muss ich nochmals in Ruhe lesen
    Herzlichst
    yase

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  9. Liebe Birgit,
    die Wolle hat eine wunderschöne Farbe bekommen. Der Farbverlauf...ein Traum.
    Unkrautvernichtungs-Mittel habe ich noch nie benutzt. Zur Not liege ich auf den Knien und kratze die Fugen mit einem alten Messer aus. Auch brauche ich viel "Unkraut" wie z.B. Spitzwegericht, Löwenzahn, Brennessel.
    LG Ursula

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  10. Deine Wolle hat wunderschöne Farben. Gefällt mir. Ohne Verpackung einkaufen ? - Vielleicht wird es das immer mehr geben. Vielleicht. klicks mal hier : http://www.gute-nachrichten.com.de/2013/11/kultur/original-unverpackt-einkaufen-ohne-verpackungen/. Es wäre schon toll. Obwohl, wir gehen auch zum Biobauern und auf den Wochenmarkt, da ist alles einfacher. Aber in den anderen Läden lässt es sich nicht vermeiden.
    Unser kleiner Garten kommt schon 30 Jahre ohne Spritzen aus. Und Unkraut gibt es ja bekanntlich nicht ähm... oder essen wir auf. Na ja nicht alles, aber z. B. Vogelmiere und hin und wieder Löwenzahn. Der Rest wird gezupft oder untergeharkt.
    Herzliche Grüße
    Rita

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    1. Danke, Rita, für den Link! Nach dem Laden Unpackaged werde ich demnächst Ausschau halten.
      Vor Jahren habe ich mal zarte Brennnessel-Blättchen in den Salat gepackt - mein Mann hat´s tapfer gegessen, doch bringt uns dieser fauxpas noch immer zum Lachen!
      LG, Birgit

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  11. Ich kann mich erinnern, dass noch vor einigen Jahren im Laden der Personalausweis vorgelegt werden musste, wenn man Roundup kaufen wollte. Ich habe ganz schön dumm geguckt, als der Verkäufer meine Personalien in eine Liste eingetragen hat. Das Zeug war nicht mal für mich, das war für meine Mutter, weil es das nicht überall zu kaufen gab. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was das Zeug in unserem Garten anrichten würde, der ein Paradies für alles ist, was da so kreucht und fleucht. Ganz davon ab grenzt unser Grundstück auch noch direkt an ein Naturschutzgebiet. Aber so sind viele, schneller Erfolg durch möglichst geringen Aufwand, steht ganz gross geschrieben und ich glaube in der älteren Generation fehlt vielen das Bewusstsein dafür, was solche Mittel anrichten.

    Wir hier setzen auf die gute alte Muskelkraft im Kampf gegen "Unkraut". Wobei gibt es das berüchtigte Unkraut eigentlich wirklich? Vergangenes Jahr habe ich einiges ausgezupft und ins Hundefutter gegeben, Vogelmiere zum Beispiel. Es passt gut wenn man seinen Hund roh füttert, das Futter durch Kräuter zu ergänzen.

    Deine Färbungen sind, wie immer, wunderschön geworden. Dazu würde mich brennend interessieren, ob Du hin und wieder auch einen Strang verkaufst?

    Liebe Grüsse, Manuela

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  12. Liebe Birgit, wo fang ich denn nun an?
    Zuerst: Ich bin total begeistert von Deinem mehrfarbigen Wollstrang. Was sind die Farben schön!!!
    Und es ist wirklich nicht so einfach, wenn man etwas bewusster (unkonventioneller?) Leben möchte. Bei uns scheitern tatsächlich viele Dinge an dem Faktor Zeit ... so mit zwei kleinen Kindern. Aber immerhin hatten wir im letzten Jahr schonmal selbstangebaute Tomaten ;) Jetzt werde ich erstmal gespannt verfolgen, was sich bei Dir tut und vielleicht das ein oder andere aus Deinen Erfahrungen lernen.
    Alles Liebe,
    Antje

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  13. Noch schnell ein Buchtipp der mir die Augen für biologisches Gärtner geöffnet hat.
    " Mischkulur im Hobbygarten" von Schwester Christa Weihnrich

    Liebe Grüße Bärbel

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  14. Hallo Birgit,

    doch rote Beete, wir sagen dazu ja Rohnen ;o)) die Farbe sieht toll aus, bin schon gespannt wie der Test ausfällt für die Farbechtheit.

    Beide Stränge sehen schön aus, echt tolle Farben.

    Das bisschen Unkraut, dass bei mir auf der Terrasse wächst bekommt es mit meinen Fingern zu tun, die Zupfen und Rupfen es immer aus, aber bei einem Garten da ist man damit sicher länger am Weg, überhaupt bei einem deiner Größe.

    Es wird einem nicht leicht gemacht umweltbewußter zu Leben, wenn man das nehmen muss, was einam der Supermarkt oder die Geschäfte anbieten....und auch kein Markt in der Nähe ist wo man vielleicht was kaufen könnte...

    Ich wünsch dir einen schönen Valentinstag

    LG Mela

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  15. Ja, dieser ganze VerpackungsMüll.. ich hab jedesmal fast einen gelben Sack voll. Ich habe mal geguckt, wie ich den hier in normalen Geschäften eindämmen könnte.. eigentlich gar nicht. Andere Geschäfte wie BioLaden oder Markt kommen nicht in Frage, zu weit weg oder zeitlich nicht machbar.
    LG und einen gute Zeit, Petra

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  16. Meine liebe Birgit,
    ein wunderschöner Post, den ich gern nachher noch ausführlich beantworten werde, jetzt grad fehlt die Zeit, aber ich möchte dir wenigstens liebe Grüße dalassen :O)
    Ich wünsch Dir einen schönen Valentinstag und einen guten Start in ein wunderschönes und erholsames Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  17. Liebe Birgit,
    ich bin ganz fasziniert von deinen Farben - und was den Rest betrifft - ich versuch zu vermeiden, was zu vermeiden ist und in den Garten kommt ohnehin nur Bio!
    Schönen Valentinstagabend
    Elisabeth

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  18. liebe birgit,
    nur mal ganz rasch.............. zu deiner frage bei mir.......knooking-häkelnadel......... hab ich dir in meinem post noch geantwortet.
    (diesen post hier werd ich noch nachlesen, im moment bin ich auf dem sprung)
    ich wünsch dir ein fröhliches wochenende und sende dir
    ein grüßle
    flo

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  19. Liebe Birgit, entschuldige bitte, aber ich habe aus Versehen deinen letzten Kommentar bei uns gelöscht. :-( einfach verklickt, zu schnell und nicht ordentlich hingeschaut. Wenn du magst, schick ihn doch noch mal...
    Deine Gedanken aus dem obigen Post gefallen mir sehr, ich finde deine Bemühungen bewundernswert! Und die Wolle ist einfach nur klasse! Ich hoffe, ihr habt ein schönes Wochenende! Liebe Grüße, Katja

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    1. Hab´s noch geschafft☺
      Die Freude, zu sehen, dass wir doch noch etwas verbessern können lässt den Unmut über den Mehraufwand schwinden und inzwischen werden neue Wege auch routinierter.
      LG, Birgit

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  20. Es ist nicht einfach den richtigen Weg zu gehen, denn es bedeutet oft ein grosses Mehr an Arbeit. ;-)
    Verpackungsmüll vermeiden geht in der Schweiz relativ gut. Aber es ist nun mal so, dass Hygienevorschriften als Folge entsprechende Verpackung fordern. Zurück zum Selbstversorger geht nur für die wenigsten, ergo wird der Mittelweg wohl als einzige Möglichkeit bleiben. Dazu die z.T. echt sinnlosen EU-Verordnungen, der Wirtschaftsklub weiss eben, wie man Geld verdient...

    Abgesehen davon, deine Färbungen sind toll! Bin gespannt, ob das Rotkraut lichtecht ist.

    Liebe Grüsse
    Alpi

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    1. Ein Mehraufwand ist es allemal und es stimmt, dass nicht jeder gute Bedingungen in dieser Hinsicht vorfindet. man muss einfach dran bleiben.
      Das Rot kommt diesmal von roter Bete, mit Rotkraut habe ich nach Dorotheas Buch ein schönes Grau erhalten. Das Lichtprobe zeige ich auf jeden Fall.
      LG, Birgit

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  21. An dieser Stelle allen nochmal vielen Dank für die Rückmeldungen. Die meiste Zeit habe ich draußen oder beim Planen verbracht und war kaum am Rechner. Später werde ich berichten.

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