Donnerstag, 26. Februar 2015

Anders


... als der letzte war dieser Monat. Zusammen gelebt, gearbeitet, gesorgt, getrauert. 
Holz, wurde zum einen vom Jungen mit neuem-altem, auf Hochglanz poliertem Werkzeug bearbeitet, zum anderen wärmte es uns als Brennmaterial ein langes Wochenende, als die Heizung defekt war. Wie wohltuend fließend warmes Wasser ist, weiß man nach drei Tagen und Nächten wieder zu schätzen.
In diesen Tagen traf auch die Erkrankungswelle bei uns ein. Der Mann mit heftigen Grippesymptomen im Bett und ein Schaf, diesmal eine der weißen, ohne Klauenbeschwerden, ohne Fieber, ohne Wunde, mit gutem Appetit, lahmend. Durch lesen, fragen, besprechen und Geduld erfahren, dass auch Freudensprünge ein Bein eine Weile lahm legen können.
Vorbereitungen getroffen für ein baldiges Weitergeben der Erfahrung des Kraut machen. In vielen Büchern gelesen, alten und neuen.
Mit der Kirschbaumrinde vom Baumschnitt flechtengelbe Färbeerfahrungen gemacht. Aus über´s Jahr gefärbten Stoffen eine Erinnerung genäht.

Abschied nehmen von einem lieben Freund aber stand dabei im Zentrum allen Denkens und Tuns.


Was ist es, was uns Menschen trägt, uns tröstet und wieder aufrichtet - jeden Tag und ganz besonders in schweren Zeiten?
Die Frage, wie geht es dir - einfach da sein, still, nur zuhören - ein Essen kochen -  die Hand halten - ein Blumenstrauß - in den Arm nehmen und sacht über den Rücken streichen - den Einkauf abnehmen oder eine Wanne voller Wäsche - ein Anruf - ein Spaziergang - ein Brief - nicht zurückschrecken, wenn ein schroffes Wort fällt aber auch mutig-sachlich den Finger in die Wunde legen - sich gemeinsam erinnern - beten - füreinander da sein ..... echte Freundschaft, Liebe ist das höchste Gut. Durch sie kann nach Trauer wieder Lebensfreude wachsen.


Gestern Nachmittag projizierte die Sonne diese Schatten an die Wand. Nicht alles ist mit den Augen zu erfassen und doch ist es immer da.


"Allein schon dass wir lieben, macht uns verletzlich."
C.S. Lewis

♦♦♦♦♦

Nachtrag
Bevor ich dieses Erlebte schrieb, habe ich darüber nachgedacht, ob ich es darf, ohne die Privatsphäre eines anderen zu verletzen. Aber ich wurde mir ganz sicher, ja, es ist richtig. Wie wichtig Zuwendung und Trost in solchen Momenten sind, wie sehr die Trauernden den anderen gerade jetzt brauchen, das wollte ich beschreiben. Vielleicht kommen dem einen schwer tröstende Worte über die Lippen, dafür kann er für die Familie ein wunderbares Essen kochen, oder im Stillen für sie beten. Andere können neben dem Bett des Sterbenden sitzen, die Angehörigen bei ihrem Begleiten unterstützen. Jeder kann eine Hilfe sein - denn sterben werden auch wir irgendwann und wie schön ist es, wenn dann jemand unsere Hand hält.


Verlinkt zu: Monatscollage bei Birgitt
und Wir sind alle eine Welt bei Dania

Kommentare:

  1. liebe birgit,
    es tut mir sehr leid, dass ihr abschied nehmen musstet von einem freund!
    in der trauer füreinander dasein - wie wichtig das ist.
    aber auch das erkennen, wie kostbar für uns so selbstverständlich gewordene güter wie fließendes warmwasser und eine heizung sind.
    danke, dass du deinen beitrag zu wsaew verlinkt hast!
    wie spannend, dass kirschbaumrinde flechtengelb färbt! hier liegt noch getrocknete rinde von einem ringlottenbaum, nicht viel, aber doch genug für kleinere stückchen. auf meiner hose beim entrinden ergab sie schrecklich rotbraune flecken an den knien. mal sehen, welche farbe sie auf papier und ein bisschen stoff zaubert ;)
    herzliche grüße
    dania

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  2. Liebe BIrgit,
    danke für diesen wunderschönen und berührenden Post .....der Spruch am Ende rundet das Ganze wunderbar ab...
    ♥ Allerliebste Grüße und eine ganz liebe Umarmung , Claudia ♥

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  3. Ich wünsche dir viel Kraft, um über den Verlust des Freundes hinweg zukommen.

    Auch wir haben gestern durch einen tragischen Unfall einen lieben Freund - Seelentröster verloren. Von daher kann ich nachfühlen, wie es euch zur Zeit gehen muss.

    Alles Liebe aus der Eifel - Petra

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  4. Liebe Birgit, wie ähnlich es mir diesen Februar ging und wie wunderbar im Schmerz immer wieder Tröstliches, überraschend Freudiges zu erfahren... Alles Liebe dir!!! Herzliche Grüße Ghislana

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  5. Liebe Birgit, das war ein sehr voller Monat (mit liebes ind trauriges)
    Gut dass es solche Freunde gibt !
    Man gibt, ein anderes mal kann man mit Zuversicht nehmen.

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  6. Die vielen verschiedenen Arten der Zuwendung haben der Familie des Freundes so gut getan, dass haben sie beteuert. Dieses Schreiben soll ermutigen, in schweren Zeiten beim anderen anzuklopfen.
    Euch allen einen herzlichen Gruß, Birgit

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  7. Die Farbe von Apfelbaumrinde ist genial geworden!!! Ja die bösen Viren kommen überfallartig und man weiss vorher nicht wen es trifft. Euch viel Kraft, werdet oder bleibt gesund! Liebe Grüße Bianka

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  8. Liebe Birgit,
    es ist so notwendig, in schweren Stunden einen Menschen zu haben, mit dem man trauern kann und darf.
    Hilfe geben, wenn es angebracht ist - nicht aufdrängen, aber da sein, wenn man gebraucht wird.
    Ein einfühlsamer Post.
    Einen schönen Abend wünscht dir
    Irmi

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  9. ...so wie du es beschreibst, liebe Birgit,
    für andere in Trauerzeiten da zu sein, das gefällt mir...und das Licht, welches dann doch wieder zum Vorschein kommt und neue Perspektiven eröffnet...und die Karte mit immer weiteren Durchgängen bis zum Unerkennbaren, so treffend...danke für deine Gedanken anregende Collage und Worte...

    lieber Gruß Birgitt

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  10. Deine Bilder erzählen auf ihre Weise ebenso viel wie die Worte.
    Das Anschauen tut gut, und das Lesen auch.
    Grüße von Herzen,
    Brigitte

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  11. Danke, dass du den Wert von Freundschaft neu beleuchtest.
    Und danke für das Zitat....
    Herzlichst
    yase

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  12. Hallo Birgit,
    zum Glück habe ich heute einmal oben auf den Button E-Water geklickt, da habe ich aber gestaunt!
    Wunderschöne Beiträge zum Verschicken sind da drinnen!
    Alles im Leben hat seine Zeit, es ist sehr gut du nicht nur Zeit zum Trauern, sondern auch zum Trösten hast!
    LG Heidi

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  13. Das hast du wieder wunderbar geschrieben, Liebe ist wirklich das höchste Gut, Freunde sind immer da, wenn man sie braucht. Alle anderen sind keine Freunde.

    Die Bilder sind erstklassig und dem Thema angemessen.

    Sigrun

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  14. Es ist schlimm ,sehr schlimm Abschied zu nehmen.Ich habe gestern erfahren das eine ehemalige Schulfreundin gestorben ist.Sie hinterlässt 5 Kinder.Verstehen kann man das alles nicht.
    LG
    Nicole

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  15. .....das kreuzbild ist beeindruckend....wie gut, dass jesus immer da ist...
    vg
    annette

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  16. Ja, die Liebe macht verletzlich - aber was wären wir ohne Liebe? Das Auf und ab des Lebens, es trifft uns alle und wie schön und hilfreich ist es dann, wenn man jemaden hat, der für einen da ist.
    Tragen, trösten, aufrichten - Du hast das in so wunderschöne Worte und Bilder gefasst - von Herzen Dank dafür.

    Liebe Grüße Nele

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  17. Du hast das sehr schön ausgedrückt mit den gelungenen Bildern. Einfach da sein ist oft wichtig.
    Magdalena

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  18. Liebe birgit, einen freund, wie dich zu haben, zeigt sich in solch einer schweren letzten zeit, als unbezahlbar. Es gehört viel mut dazu, bewusst einen abschied zu begleiten. Ich hoffe, du findest viel kraft in all den schönen dingen, die du machst.
    Das bild mit dem schattenkreuz muss man nicht kommentieren...
    Sei leise gedrückt von grit

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  19. Liebe Birgit, schon längere Zeit verfolge ich Ihren Blog als stille Leserin. Heute möchte ich mich aber bei Ihnen melden und bedanken. Es muss wunderbar sein, Sie als Freundin zu haben! Leider musste ich diese Wochen eine andere Erfahrung machen. Innerhalb von einem Monat sind mein Vater und mein Bruder gestorben und meine vermeintlichen Freundinnen haben sich ausnahmslos zurückgezogen. Das macht mich so unendlich traurig. Auch mit meiner Schwester hat es Missverständnisse gegeben, die ich versucht habe mit ihr zu klären, aber sie hat " zu gemacht ". So trauere ich um zwei liebe Menschen und bin dabei unendlich einsam. Liebe Grüße D.

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    1. Es tut mir sehr leid, liebe D., dass Sie sich in der Trauer so allein gelassen fühlen. Obwohl der Tod ja zu unserem Leben gehört wie das Geborenwerden, ist es für uns Menschen so schwer, ihn anzunehmen. Außenstehende fühlen sich oft hilflos, wissen nicht was sie sagen sollen und ziehen sich daher zurück. Wie sehr das den Trauernden schmerzt, ahnen sie gar nicht. Manchmal hat ein Mensch in der nächsten Umgebung, von dem man es nicht vermutet, Zeit zuzuhören, Zeit für eine Tasse Kaffee, einen Besuch am Grab. Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft und Zeit all das Erlebt zu verarbeiten. Seien Sie behütet, Birgit

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  20. Liebe Birgit,

    schöne Worte hast du gewählt um deinen Gefühlen ausdruck zu geben. Es ist nicht leicht sowas in Worte zu fassen, aber ich finde du hast es wunderbar zusammen gefasst was wichtig ist und nicht nur in den Gedanken bleiben sollte.

    Ich wünsch dir ein wunderschönes Wochenende

    GLG Mela

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  21. Liebe Birgit,
    *DANKE* für diesen einfühlsamen und zu Herzen gehenden Post.
    Es ist schön und kostbar, das es Menschen wie dich gibt.
    gaaaanz <3liche Grüße Renate :O)

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  22. Diesen Text hast Du wunderschön geschrieben, liebe Birgit. Und das vorletzte Bild ist so passend - es sagt mehr als 1000 Worte.

    Alles Liebe,
    Sonja

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  23. Hallo Birgit,
    jetzt musste ich bei Dir erstmal einiges nachlesen und bin hier hängen geblieben. Du hast das wunderschöne geschrieben und der Tod und das Sterben gehört zum Leben dazu, auch wenn wir es gerne ausblenden würden. Und wie Du gesagt hast, manchmal hilft schon Kochen und ich bin dankbar für nette Nachbarn, die uns in schweren Zeiten einfach mal etwas hereingeschoben haben, oder einfach so zum Ablenken vorbei gekommen sind. Das ist sehr, sehr wertvoll.
    LG
    Manu

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