Dienstag, 3. März 2015

Suurmoos Pott - Rezept


Eigentlich sollte jetzt wieder einmal etwas aus Wollfasern Gefertigtes hier erscheinen. Es erreichten mich allerdings einige Anfragen wegen des Sauerkrautmachens, sodass ich unser Rezept hier erst weitergeben möchte.
Für einen kleinen sechs Liter Topf (oben rechts) braucht man ca. vier Köpfe etwas gelagerten Weißkohl (wie viele wir kürzlich für 26 Liter verbraucht haben, kann ich gar nicht mit Sicherheit sagen, da noch etliches für Krautsalat übrig blieb), grobes Salz und Wacholderbeeren.
Der Kohl lässt sich gut mit einer Säge halbieren (hier gut zu sehen), dann den Strunk mittig einsägen und mit zwei seitlichen Messerschnitten, herauslösen. Die Kohlhälften schräg auf den Hobel setzten und immer mit dem nächsten den vorherigen bedecken, damit den Händen nichts passiert. Auf diese Weise feine, lange Fasern hobeln. Mit einer Küchenmaschine sollte es auch funktionieren, aber die Streifen werden dabei kürzer. 



Anschließend geht es ans Befüllen der Krüge. Jeweils eine mit Kraut gefüllt Hand wird im Topf verteilt, darüber so viel grobes Salz, wie zwischen drei Finger passt und fünf bis zehn Wacholderbeeren, wie es gerade kommt. Dann wird jede Schicht gestampft, nicht zu heftig und nicht zu sacht. Mein Mann und ich haben uns abgewechselt, denn die Arme werde mit der Zeit doch etwas lahm. Das grobe Salz ist wichtig, damit beim Stampfen die Zellstruktur des Weißkohls aufgebrochen wird. Das Ganze wird so oft wiederholt, bis im Topf noch genügend Platz für den Gärprozess bleibt. Zum Schluss den Deckel auflegen, den Rand des Topfes mit Wasser befüllen und das Kraut zunächst für rund 14 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, damit die Milchsäure Gärung in Gang kommt. Dieser Prozess macht sich durch ein Blubbern im Wasserrand bemerkbar, wenn die Luft aus dem Innenraum entweicht und wird mit der Zeit auch wieder weniger. Mit extra Platten haben wir den Kohl nicht beschwert, sondern anfangs täglich einmal heruntergedrückt. Anschließend kann der Suurmoos Pott an seinen Lagerplatz gestellt werden. Das erste Sauerkraut kann man sich dann nach etwa drei bis vier Wochen schmecken lassen. Wir essen es gerne als Rohkost, mit Kartoffeln oder Klösen und Kasseler, geschichtet mit Stampfkartoffeln und Butterflöckchen überbacken und als Eintopf mit weißen Bohnen.


Das, was nicht in die Sauerkrauttöpfe hinein passte haben wir blanchiert und eingefroren. Daraus lässt sich dann prima Krautsalat machen (hier das Rezept vom letzten Jahr), der am nächsten Tag besonders gut schmeckt. Den Rotkohl haben wir zum Schluss mit dem Hobel dann noch  geschnitten, wegen der Verfärbung. Jetzt ist die Vorratskammer mit Kraut erst einmal für eine ganze Zeit gefüllt.
Es ist wirklich nicht viel Arbeit und lohnt sich auf jeden Fall.


Die Aussichten auf das Kommende werden in jedem Fall bunt - viel Gestricktes Gefärbtes und Gesponnenes sind fertig, wegen Feiern und Aprilwetter aber noch nicht komplett fotografiert.



Eine wärmende Erinnerung an einen herrlichen Sommertag - so wie unser Roter es hier vormacht, sollten wir es auch halten. 

Kommentare:

  1. Wow, da habt Ihr aber eine ordentliche Menge an Sauerkraut-Vorrat!
    Und Euer Roter hat vollkommen Recht - Sonne tanken, wenn einem sich die Gelegenheit bietet. Unsere Rote ist am Samstag komplett abgedreht - Sonne, Spielparadies (eigentlich eher Baustelle) und all ihre Menschen, denen sie beim Werkeln zusehen konnte. Herrlich! ;0)

    Alles Liebe,
    Sonja

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  2. Ihr habt einen roten - ich will schon immer mal eine rote Katze, und bekommen habe ich nur Kuhstallkatzen in gleichem Dekor. Sie sind aber genau so lieb!
    Euer Sauerkraut sieht herrlich aus, wir essen auch sehr gerne Kraut in allen Variationen, legen es aber nicht selber ein.

    Sigrun

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  3. Meine Bewunderung!
    Leider wird Sauerkraut hier so gar nicht geliebt..... Und Sonne würde hier auch gut tun...
    Herzlichst
    yase

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  4. Danke für die ausführliche Anleitung zum Sauerkraut machen. Wir machen noch Möhrenschnitzel und etwas getrockneten Dill dazu. Aber da hat wohl jeder so seine spezielle Zubereitungsart. Das mit dem groben Salz wußte ich noch nicht, das muß ich beim nächsten Mal unbedingt ausprobieren.
    Unser Roter kam auch gerade mit sonnenwarmen Pelz rein und macht jetzt Mittagsschlaf auf meinem Büro-Gäste-Stuhl.
    LG von Silvia

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  5. Mein Sauerkraut geht langsam zur Neige und ich hatte einen 10-Liter-Topf :-)
    Lasst's euch schmecken.

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  6. Liebe Birgit, deine Bilder von der Sauerkrautherstellung haben mich gerade in Kindertage zurück versetzt... Meine liebe Großmutter hat auch immer selbst Sauerkraut gemacht. Es war so lecker und ich mag Sauerkraut mit Stampfkartoffeln total gerne. Ich denke ich halte auf den Trödelmarkten mal ausschau nach einem Gärtopf und versuche es selbst einmal. Hab eine schöne Woche, gglg Puschi♥

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  7. Liebe Birgit,
    ich weiss es genau - morgen gibt es Sauerkraut bei mir.
    Bis vor einigen Jahren habe ich immer Saure Bohnen eingemacht.
    Daher habe ich auch noch immer zwei dieser Töpfe bei mir im
    Keller stehen. Meine Nachbarin machte Sauerkraut - und so haben
    wir uns immer ausgetauscht.
    Danke fürs Zeigen und Erklären.
    Einen schönen Tag wünscht Dir
    Irmi

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  8. Da habt ihr ja ordentlich Kraut auf Vorrat.
    Euer roter Kater in der Sonne sieht toll aus.Hier regnet es gerade total,da sind solche Sonnebilder echt willkommen.
    LG
    Nicole

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  9. Ja euer Sauerkrautvorrat reicht jetzt auf alle Fälle für eine Zeit - mmhmmm lecker! Seit einigen Jahren mag ich Sauerkraut total gerne - vorher mochte ich es überhaupt nicht.

    Das vorletzte Bild gefällt mir besonders gut - es hat so etwas heimeliges und herzberührendes ♥

    Alles Liebe nima

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  10. Das ist extrem appetitanregend, liebe Birgit. Die feinen Krautstreifen sehen auch noch mustergültig aus! Lieben Gruß Ghislana

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  11. Liebe Birgit,
    der Sauerkrautvorrat gefällt mir! Es ist doch schön, wenn man das Jahr pber vom selbst angebuaten,geernteten und verarbeiteten zehren kann!
    Der Rote macht es richtig, die Sonne nutzen, wenn sie da ist. Bei uns ist heute allerdings Duster, Regen und gerade kam noch ein bischen Donnergrollen dazu ....
    Ich wünsch Dir noch einen gemütlichen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  12. Liebe Birgit, Sauerkraut ist etwas was ich so gar nicht essen mag. Dennoch finde ich es sehr interessant bei dir zu lesen wie man genau Sauerkraut macht. Meine Oma hat den auch immer selbst gemacht sowie saure Bohnen und andere Leckereien. Sie hat das leider immer alleine hergestellt, so dass ich ihr dabei nicht über die Schulter gucken konnte....Naja jetzt guck ich dir/euch über die virtuelle Schulter. Das ist doch auch etwas. Danke übrigens für den Tipp mit den Parallelstricken. Das hat wunderbar geklappt. Bleibt gesund und seid gegrüsst Bianka

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  13. Dear Birgit,
    Thanks so much for taking the time to tell us how you make sauerkraut! My husband has such fond memories of making sauerkraut with his Dad each year :-)
    Have a great week,
    Judy

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  14. Ganz herzlichen Dank für die super Beschreibung! Das ist die nötige Motivation, endlich einen kleinen Steinguttopf zu kaufen. Gut, dass Du schreibst, wieviel da so hinein passt.
    Liebe Grüße
    Tanja

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  15. Liebe Birgit,

    mmmhh jetzt habe ich richtig Appetit bekommen. Ich hätte hier aus unserer Koreazeit auch noch die richtigen Töpfe dafür. Dort wird ja das Kraut auch eingelegt und nennt sich dann Kimchi. Solche Kimchitöpfe standen dort überall auf den Häuserdächern, das war immer so ein gemütlicher Anblick :-).

    Herzliche Dienstagsgrüße
    Kerstin

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  16. Liebe Birgit,
    gerade heute gab es bei uns mal wieder selbstgemachtes Sauerkraut. Jedes Jahr wird hier auch gestampft und die Familie freut sich auf diese Köstlichkeit. Und es ist garantiert Bisphenol A frei. Denn Sauerkraut aus dem Steintopf ist einfach gesünder, als Dosen-Sauerkraut. ( Die Dosen sind innen mit Kunststoff beschichtet, welches Bisphenol A enthält. ) Und nun schaue ich mal nach deinem Krautsalat-Rezept. Ich schicke noch schnell ein paar Streicheleinheiten an den Roten... der macht es richtig.
    Liebe Grüße
    Rita

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  17. ...das sieht sehr gut aus, liebe Birgit,
    und so einen Topf haben wir sogar auch noch im Keller stehen -die Schwiegereltern haben früher immer Bohnen sauer eingelegt, die waren auch sehr lecker-...toll, dass du alles so gut beschrieben und bebildert hast,

    lieber Gruß Birgitt

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  18. Respekt... !!! Eure Selbstversorgerei hat ja beachtliche Ausmaße erreicht. Das finde ich richtig toll.

    Lg Gitta

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  19. Klasse !!!!
    An Sauerkraut hab ich mich noch nicht rangewagt, da es außer mir hier niemand wirklich mag ;-/
    Ich finde es soooo sachön, solche Arbeiten "generationenübergreifend" zu händeln und somit ist euer Vorrat ja wahrlich gewachsen. Da sage ich nur noch BON APPETIT
    :O) .....

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