Donnerstag, 20. August 2015

Weitere Färbeerfahrungen


Das Sammeln an Erfahrungen mit aha-Effekt hört nicht auf. Gleich mehrere konnte ich in den vergangenen Tagen machen. Bei den Färbe-Neuerfahrungen reicht die Palette von Braun über Gelb, Rot, Pink bis Rost und Orange - Sommerfarben. Ein bereits vor zwei Jahren getestetes Gemüseblatt-Experiment (der untere Strang) wollte ich wiederholen und wurde zunächst sehr überrascht. Anstelle des erwarteten zarten Gelb bot sich mir eine Art Milchkaffee-Braun. Wie das?


Erst beim Leeren des Topfes konnte ich mir diese Entwicklung erklären.
Der Rostansatz am Boden hat vermutlich den Farbumschlag verursacht.


Das Lichttest-Kärtchen zeigt, dass die Farbe über die Zeit gut erhalten bleibt. Nun habe ich zwar etwas weniger Gelb zum Überfärben, dafür eine Erfahrung mehr: Gedanken beim Pflanzenmaterial Einfüllen zusammen halten.


Auch der Garten zeigt sich in diesen Tagen vornehmlich von seiner gelben Seite. Trotz Wespen-Knabberei am Stiel, hat die Sonnenblume eine riesige Blüte hervorgebracht, andere warten noch auf ihren Auftritt und ganz kleine lugen zwischen den Staketen hervor.




Diese Kröte, die sich in der Mittagshitze in einer Terrassenpfützen (statt im kleinen Teich) den Bauch kühlte, entdeckt unser Junge und setzte sie schnell ins feuchte Laub. Schön, dass sie sich hier wohl fühlen.Diesen Sommer hatte ich erst wenige die Kinder dafür umso mehr gesehen.


Eine weitere Färbeerfahrung machte ich mit Johanniskraut. Wirklich überzeugt bin ich allerdings nicht. Eine Mischung aus gelb-grün mit irgendwie rosa Anteilen. Mit 400% Kraut hätte die Farbe etwas kräftiger ausfallen dürfen.


Vorerst bleibe ich dann doch bei der Verwendung der Blüten zu Rotöl und als Teezusatz. Das Öl steht schon seit einigen Wochen am Fenster. Dazu habe ich die Blüten in ein Glas gefüllt, mit Olivenöl aufgegossen und  mit einem Löffel die Blüten am Glasrand etwas zerdrückt. Jeden Tag wird einmal geschüttelt und in vier Wochen können die Blüten abgeseiht werden. Bei schmerzenden Muskeln und kleinen Hautverletzungen hilft das Öl gut.


Noch mehr Wolle ist gelb und überhaupt farbig geworden. Es braucht allerdings noch etwas, bis Bilder gemacht sind. Die Einkochzeit hat ebenfalls begonnen. Aus den winzigen gesäten Samen der Tochter sind inzwischen stattliche Pflanzen erwachsen, die nun reichlich Früchte tragen und in vier Wochen können wir das erste Glas öffnen (bald mehr)
Erfahrungen sammeln, sich abzeichnende Veränderungen auf verschiedenen Ebenen - manches scheint zu enden und neues beginnt - Zeit zum Schreiben (was doch solche Freude macht) findet sich in der Sommerzeit nur sporadisch - ein satter Sommer halt.  


Kommentare:

  1. Wieder so ein schöner Post :)

    Hast du deine Wolle mit dem ganzen Kraut des Johanniskrauts gefärbt?

    Ich färbe am liebsten nur mit den Blüten das wird so schön grün :)

    Liebe Grüße aus der Eifel - Petra

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  2. Du fängst das Sommergelb immer so wunderbar ein,
    da stört das Milchkaffeeebraun kein bisschen. Mir gefällt es auch.
    Und Schreibzeit kommt, später ...

    Liebe Grüße
    Christiane

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  3. Ganz sommerfarben geht es bei dir zu..., und dank rostangesetztem ,Milchkaffeebraun-Gelb schon der Hauch Herbst, der über allem zu liegen beginnt, ich merke es an den fallenden Blättern, am früheren tieferen Stand der Sonne... Vom Gelb hätte ich auch mehr Blühendes im Garten, aber die Schnecken haben gut gearbeitet und lassen Mädchenaugen und Sonnenbräute nicht ins Wachsen kommen. Nächstes Jahr werde ich es auch mal wieder mit Sonnenblumen versuchen. Liebe Grüße Ghislana

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  4. Augenweide-Bilder.... *freu*, liebe Birgit - schön, dass die Tomate sich bei dir als lichtstabil erweist.... wo es doch soooo viele Blätter gibt die frau schneiden kann.
    Johanniskraut - ergibt bei mir immer irgendwie gelb-grün.... das bräunlich rote kommt evtentuell vom Rost im Topf oder aber waren schon zu viele Samenstände im Spiel? Die machen dieses rot/grün-gelb (erzählte mir mal eine sehr versierte Färberin).... Bei mir wurde es diese Woche grün.... Schilf-grün sozusagen.
    LG aus dem Ostallgäu
    Ute

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    1. Das Johanniskraut habe ich in einem anderen Topf gefärbt. Wolle und Kraut geschichtet, wird das Rosa von den auch das Öl rot färbenden Blütenanteilen kommen, denke ich auch.

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  5. Liebe Birgit,
    das sind wieder wundervolle Farben! Ich denke, dies ist ein unendliches Kapitel, mit immer neuen und teils auch sehr überraschenden Ergebnissen! Ich finde das wunderbar!
    Die Früchtchen bei der Himbeere sehen sehr interessant aus! Die kenn ich gar nicht .....da freu ich mich auf Deinen Bericht!
    Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  6. ...ich finde das sehr spannend, liebe Birgit,
    wie du mit den Pflanzen färbst und immer wieder was anderes dabei raus kommt...was sind das für Früchte auf denen die Himbeere liegt?

    dir einen guten Tag,
    lieber Gruß Birgitt

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    1. ;o) Cucamelons. Meine Tochter hatte sie sich letztes Jahr aus England mitgebracht und schon zwei Gläschen zu Pickles verarbeitet.

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  7. wunderschöne Bilder und tolle Farben, da bin ich sehr gespannt auf weiteres

    LG von der Maus

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  8. Wenn ich deine Posts lese, macht sich das Sommerferienurlaubsgefühl breit!!! Deine Färbeerfahrungen werden vielleicht irgendwann für mich interessant sein, wenn ich mich ans Pflanzenfärben wage. Bis dahin bleibe ich stille Beobachterin. Übrigens wenn du Interesse an Samen der roten Gartenmelde hast. Sag Bescheid, dann macht sich ein Tütchen auf den Weg zu dir. LG Bianka

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    1. Gerne, ich melde mich .... nach dem Wochenende:

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  9. Die Farben sind schön, auch das mit dem Rosa oder gerade deswegen. Führst Du ein Protokollbuch über die Experimente?
    Wie umsichtig Dein Junge ist. Ihr habt ihm die Liebe zum Tier gut beigebracht. Alles Leben achten.
    Schönes WOE lykka

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    1. Wenn ich selber neue Pflanzen erprobe, oder von Dorotheas Hinweisen abweiche, notiere ich das schon. Du musst unsere beiden mal beim Rasen mähen sehen - einer mäht und der andere guckt, ob da was hüpft und gerettet werden muss.

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    2. Schmunzel. Das geht mir richtig ans Herz. Ich kann mir das so gut vorstellen. Mein Schatz ist auch so. Er liebt fast alles Getier (Mücken sind wohl eine Ausnahme), darunter natürlich auch die Erdkröten. Wir haben eine Menge davon im Garten. Ich achte ihr Leben natürlich auch. Aber hübsch finde ich sie nicht gerade.
      LG

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  10. Diese grünweißen Minigurken sehen sehr spannend aus. Habe ich noch nie gesehen.

    LG Ate

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  11. Liebe Birgit,

    ja, das leuchtenede gelb im Garten gefällt mir auch so gut. Ich liebe diese Farbtupfer und auch die Bienen und Hummeln mögen es so gerne. Nächstes Jahr werde ich auch mal so eine Färbung ausprobieren. Ich finde es so schön wenn man dann in der dunkleren Jahreszeit den Sommer auf der Nadel hat :-))

    Liebe Grüße
    Kerstin

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  12. Herrliche Bilder! Die Braunfärbung find ich auch sehr schön, hat was von Karamell (zumindest auf meinem BIldschirm). Die kleinen Gurkenmelonen sehen toll aus, kannte ich auch nicht bisher. Wieder was dazugelernt! Viele liebe Sonntagsgrüße, Nata

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  13. Liebe Birgit,
    tolle Farben hast du wieder gezaubert sehr sehr schön, tolle Fotos und ganz besonders süß finde ich die kleine Kröte.
    Hab einen gemütlichen Restsonntag
    herzlichst Tatjana

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  14. Liebe Birgit, voller Freude habe ich Deine Gedanken zum Sommer, zum Färben und den Pflanzen gelesen. Es ist so wunderbar harmonisch. Das Gelb, die Wolle, Deine Gedanken, das Öl und die wunderschönen Fotos dazu. Ich werde versuchen, diese Stimmung mit in meinen Tag zu nehmen und danke Dir sehr herzlich für diese Inspiration!
    Habe noch wunderschöne Sommertage mit all diesen traumschönen Dingen.
    Liebe Grüße zu Dir
    Erika

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  15. Liebe Birgit,
    auch wenn das Kaffeebraun und die Färbung mit Johanniskraut von dir nicht so geplant war, optisch passen sie wunderbar hier in den Beitrag (und auch zum Spätsommer) und harmoniert hervorragend mit den anderen Farben, die du hier wieder so wunderhübsch zwischen deinen interessanten Erläuterungen arrangiert hast.
    Bei mir ist dieses Jahr keine einzige Sonnenblume erschienen. Ich setze sie nicht selber, dass erledigen immer die Vögel, die ich das ganze Jahr hindurch füttere. Normalerweis keimen über den ganzen Futterplatz verstreut die gelben Schönheiten mit ihren kräftigen Stielen. Diesmal NICHTS. Anscheinend picken die Vögel jeden heruntergefallenen Kern ganz sorgfältig auf. Kein Wunder. Bei uns herrscht durch die lange Trockenheit, die schon im Frühling begonnen hat, Regenwurmmangel. Habe letztens beim Ausheben der Pflanzlöcher weit und breit (und auch tief) keinen erspäht. Ganz untypisch für meinen Garten.

    Ach, ist die kleine Kröte goldig. Ich finde sie schaut vertrauensvoll *lach*, als wenn sie schon ahnt, dass ihr Gutes mit ihr vorhabt. Das Foto erinnert mich daran, dass ich vor ein paar Wochen im Eingangsbereich des Hauses (wo Mia gerne ihre Beute hinbringt) einen ganz dunklen dicken Knottel auf den Fliesen entdeckt habe. Dachte erst auch, es wäre etwas Krötenartiges, habe einen Untersetzer mit etwas Grün und ein wenig Wasser gefüllt, Handschuhe angezogen und das verängstige Tier reingesetzt. Da weicht es vor dem Wasser zurück, breitet sich ein wenig aus und ich merke, dass es eine kleine Fledermaus ist. Also den Untersetzer so gehalten, dass das Wasser in die andere Seite läuft, die Fledermaus mit der einen Hand abgeschirmt, damit kein Licht auf sie fällt, das Ganze ins Freie getragen, eine dunkle, kühle Stelle in der Nähe gesucht und sie ausgesetzt. Ruckzuck hat sie sich zwischen den Steinen verzogen. Nehme an, dass sie abends durch ein offenes Fenster hereingekommen ist. Das war früher oft der Fall. Dann haben wir an vielen Fensteröffnungen Fliegengitter montiert. Aber am Dachfester im Bad ist es schwierig. Denke da kam sie dann zu uns.

    ∗♥∗✿❊✿❊✿∗♥∗
    Herzlich grüßt
    Uschi

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  16. Die kleinen Begegnungen haften oft viel länger oder zumindest genauso lange nach, wie ein großes Ereignis. Mir gefällt deine kleine Geschichte mit der Fledermaus und unsere beiden hätten sich über solch einen Gast auch gefreut.

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